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Kontakthypothese

Kontakthypothese (nach Gordon Allport)

Definition: Abbau von Vorurteilen und Feindseligkeiten zwischen Gruppen durch Kontakt der unterschiedlichen Gruppenmitglieder. Das beinhaltet außerdem, dass Kontakt nur mit der Verbindung von Kooperation zum Ziel führt. Es wurden bisher besonders gute Beobachtungen der Konfliktreduktion gemacht, wenn es positivere Intergruppeneinstellungen gibt und der Kontakt mit typischen Fremdgruppenmitgliedern zustande kommt. Zudem haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Kontakthypothese zu positiveren Intergruppeneinstellungen führt, wenn der Kontakt zwischen Mitgliedern verschiedener Gruppen zustande kommt, die als typisch für ihre Gruppe angesehen werden. Allerdings macht R. Brown darauf aufmerksam, dass der Kontakt zwischen Gruppen alleine nicht zum Ziel führt, sondern, dass eine gewisse Kooperationsbereitschaft im Hinblick auf gemeinsame Ziele wichtig sei.[3]

Die Kritik der Kontakthypothese folgt aus demselben Argument des Grundgedankens der Hypothese: Wenn Intergruppenkontakte einen Einstellungswandel erlauben, dann lassen sich im Prinzip sowohl positive als auch negative Einstellungen generalisieren, was bedeutet, dass durch Kontakt auch die Situation verschlechtert werden könnte, wenn die kooperative Begegnung fehlschlägt.

Erweiterter Kontakteffekt

Eine neue Weiterentwicklung der Kontakthypothese mit dem Namen „Erweiterte Kontakteffekt“ sagt aus, dass, wenn einem Gruppenmitglied bekannt ist, dass die übrigen Gruppenmitglieder eine Freundschaft zu den Fremdgruppenmitgliedern pflegen, das dazu beitragen kann, dass Vorurteile gegenüber der Fremdgruppe abgebaut werden. Eine Erklärung für dieses Verhalten liegt darin, dass die eigenen Gruppenmitglieder als Vorbilder angesehen werden und normative Informationen darüber liefern, wie sie sich verhalten sollten. Beispiele für die Kontakthypothese:

Runder Tisch
Workshops
Integrativer Unterricht
soziale Wohnprojekte

Die Kontakthypothese ist unter geeigneten Bedingungen erfolgreich. Dabei wird zwischen 5 Kriterien unterschieden. Zum einen ist es sinnvoll, dass Mitglieder der verschiedenen Gruppen Kooperation zulassen und bereit sind gemeinsam an einem Ziel kooperativ zu arbeiten. Des Weiteren wird als grundlegend angesehen, dass die Individuen einem gleichen Status angehören und aus diesem Grunde ca. gleichermaßen befugt und gleichberechtigt sind, um auf diese Art und Weise Konflikte gemeinsam abzubauen. Zudem sollte die Situation des Kontakts so ausgelegt sein, dass nicht nur oberflächliche Kontakte gefördert werden, sondern diese tiefgründig angelegt sind. Insgesamt sollte in der Situation eine freundliche und hilfsbereite Stimmung herrschen. Dazu kommt außerdem, dass Konflikte am besten durch Kontakte beglichen werden können, wenn der Kontakt bzw. die gemeinsame Aktivität zu einem Erfolg führt.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Intergruppenkonflikt. 15.03.2020)